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Erfolgsfaktor Multibanking und die Relevanz von Partnerschaften im Open Banking

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Contovista
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Lior Leibovich, Contovista-Experte für die Digitalisierung von Geschäftskunden, beantwortet im Interview sechs Fragen zum Entwicklungsprozess der Multibanking Lösung von Valiant und der Notwendigkeit starker Fintech Partnerschaften.


Senior Product Manager Lior Leibovich

 

1. Um Multibanking für Firmenkunden umzusetzen, arbeitete die Valiant Bank mit drei Partnern zusammen. Welche Rolle hat Contovista gespielt?

Um seinen Geschäftskunden im eBanking eine komplette Vermögensübersicht zu ermöglichen und die Liquiditätsplanung zu erleichtern hat Valiant unseren Business Finance Manager (BFM) eingeführt. Eine Komponente innerhalb des BFM ist das neue Multibanking Modul über dass sich Konten von Drittbanken in das Valiant eBanking anbinden lassen. Im Zuge des Projekts arbeiteten wir daher eng mit den Teams von Valiant, Crealogix und Swisscom zusammen um eine saubere Implementierung der Lösung zu gewährleisten und spielten zudem eine wichtige Rolle in der Konzeptionsphase.

 

Integration von Drittkonten in den Valiant BFM
 
 

Liquiditätsmanagement im Valiant Finanzassistent


2. Bitte erkläre kurz den Business Finance Manager. Was leistet die Lösung und was war bei der Entwicklung besonders wichtig? Warum entscheiden sich Banken für den BFM?

In einem Satz gesagt, ist der Contovista BFM ein zentrales Finanzcockpit für KMU. Es ermöglicht Geschäftskunden, Ihre Liquiditäten und deren Planung jederzeit unter Kontrolle zu haben, so dass diese sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können. Sämtliche Transaktionsdaten, Dank dem Multibanking Modul auch von Drittbanken, werden dabei mit weiteren Metadaten angereichert, analysiert, kategorisiert und entsprechend visualisiert. Neben den besagten Vorteilen einer optimalen Finanzübersicht und Liquiditätsplanung für Geschäftskunden, profitieren Banken hierbei vor allem von einer erhöhten Kundenbindung, stärken Ihre Position als Hausbank und können den KMU auf Grundlage der Datenanalyse massgeschneiderte Finanzprodukte anbieten.

Bei der eBanking Nutzung haben Geschäftskunden oft andere funktionale Anforderungen als Privatkunden. Die meisten eBanking-Lösungen erfüllen diese Bedürfnisse bisweilen nicht zufriedenstellend. Folglich erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Kunden zu einer Bank mit geeigneteren eBanking-Funktionalitäten für Geschäftskunden wechseln.

Der Contovista BFM ist als White-Label-Lösung erhältlich, die sich nahtlos in verschiedene bestehende eBanking-Plattformen integrieren lässt und wird auf Grundlage des Feedbacks von Banken und Endnutzern ständig weiterentwickelt. Er ermöglicht Banken, ihre eBanking-Funktionen mit minimalem Projektaufwand zu erweitern und den Endbenutzern gleichzeitig einen hohen Mehrwert zu bieten.

Bei der Entwicklung haben wir Wert darauf gelegt, einen vereinfachten Onboarding-Prozess zu gestalten. Detaillierte Anweisungen im BFM unterstützen den Benutzer bei jedem Schritt und ersparen kostenintensiven Kundensupport.

 

 

3. Nochmal zu den jeweiligen Vorteilen. Inwieweit profitieren Firmenkunden im Detail von der Multibanking Lösung und welche Wettbewerbsvorteile bietet es den Finanzinstituten?

Das Multibanking-Modul im BFM ermöglicht Kunden, die mehrere Bankbeziehungen haben, einen ganzheitlichen Vermögensüberblick. Über ein einziges Login können sämtliche Bankdaten eingesehen werden und Überweisungen von Drittbanken ausgelöst werden. Darüber hinaus können Geschäftskunden ihre Liquidität über Bankbeziehungen hinweg verwalten, Saldowarnungen für die verschiedenen angeschlossenen Banken einstellen und den Status der ausstehenden EBICS-Zahlungen überwachen.

Was die Bankenperspektive betrifft:

Das Management kann die Wettbewerbsposition stärken, indem es darauf abzielt, die wichtigste eBanking-Quelle für ihre Geschäftskunden zu sein. Zudem bietet diese intelligente Lösung die Chance sich als innovatives Unternehmen zu positionieren und sich vom Wettbewerb zu differenzieren.

Analytik-Teams erhalten Einblicke in sämtliche Cashflows und Zugriff auf Fremdbank-Daten.

Kundenberater profitieren von tieferen Kundenprofilen, die bessere Beratung erlauben um Cross-Selling zu optimieren und Risiken zu minimieren.

4. Nicht alles, was technisch möglich ist, wie zum Beispiel Überweisungen von Drittkonten auf weitere Drittkonten, wird bereits umgesetzt. Wo siehst Du die Engpässe?

Es stimmt, dass wir Kontoüberträge von einer Drittbank auf die andere, technisch leicht ermöglichen können aber es liegt an der Bank die damit verbundenen Risiken und Chancen zu bewerten — schließlich hat das Management der Banken das Gesamtbild im Blick.

5. Inwieweit müssten sich die Rahmenbedingungen ändern, damit Banken und ihre Kunden in der Lage sind, die Möglichkeiten von Open Banking voll auszuschöpfen?

Um die Open Banking Vorteile voll auszuschöpfen, muss zunächst ein allgemein anerkanntes Konnektivitätsprotokoll von der grossen Mehrheit der Schweizer Banken übernommen werden. Hierbei wurde mit den aktuell veröffentlichten Lösungen vom Open Banking Projekt und der API Informations-Plattform von Swiss Fintech Innovations nun ein wichtiger Schritt gemacht. Davon ab sollten Banken meiner Meinung nach mehr Mut aufbringen und die sich bietende Chance nutzen, um sich mit smarten Kundenorientierten Lösungen vom Wettbewerb abzugrenzen.

 

 

6. Wie Eingangs erwähnt sind unterschiedliche Parteien in die Entwicklung der Valiant Lösung involviert. Welche Rolle spielen Kooperationen im Bereich des offenen Bankwesens im Allgemeinen? Leben die Fintechs selbst, was sie predigen: offene Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg?

Im Allgemeinen sind Kooperationen ein wesentlicher Faktor für den Erfolg der Fintech-Branche . Ich bin der Meinung, dass ein Marktteilnehmer nicht alles gut machen kann und wenn man es versucht verliert man den Fokus und infolgedessen sinkt die Qualität der Ergebnisse.

Für Contovista ist die Zusammenarbeit mit verschiedenen Fintech-Akteuren daher ein wesentlicher Teil der Unternehmens-DNA und einer der Gründe für den Erfolg. Wir nehmen daher immer gern gute Lösungen von anderen Fintechs in Anspruch und helfen anderen Akteure im Umkehrschluss mit unseren Daten getriebenen Lösungen.

 

 

Expertenprofil Lior Leibovich:
Lior ist Senior Product Manager bei Contovista. Seine Stärken liegen in der Verbindung von Tech, UX und Business Domäne. Seine Leidenschaft ist es, basierend auf Anwenderbedürfnissen innovative Produkte zu entwickeln. Hierbei hat er mehr als 10 Jahre Startup-Erfahrung in den Bereichen Produkt Management, Hardwareentwicklung, Business Development und Strategieberatung. Lior hat einen MBA in Hightech Management & Innovation und einen Bachelor in Physics, beide vom Technion — Israel Institute of Technology.

Über EBICS:
Die Multibanking-Konnektivität wird derzeit durch das EBICS-Protokoll hergestellt. EBICS steht für “Electronic Banking Internet Communication Standard”, der in der Schweiz, Deutschland und Frankreich weit verbreitet ist. Im Wesentlichen ist EBICS ein sicherer “Corporate-to-Bank”-Übermittlungskanal, über den Dateien (z.B. Zahlungsdateien) an Banken gesendet und zwischen Banken empfangen werden können.

Über Contovista — Delightful Banking
Contovista ermöglicht Data-driven Banking. Die White-Label Software, Data- und Analytics-Lösungen erlauben Banken und Finanzdienstleistern, das Kundenerlebnis in ihren digitalen Kanälen zu optimieren und datenbasierte Entscheidungen zu treffen. Mit Datenveredelung und Machine-Learning hilft Contovista, Kunden besser zu verstehen, sie besser zu beraten und schlussendlich Banking persönlicher zu machen. www.contovista.com

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